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Auf der Suche nach Worten

Aktualisiert: 5. Apr 2018



Es ist der letzte Tag meiner England-Reise. Ich sitze in meinem Londoner Hotelzimmer, tippe Worte in den Laptop und lösche sie wieder. Seit vier Tagen überlege ich, wie ich das, was ich bei Nadia Melis’ Workshop erlebt habe, in Worte fasse.


Als ich am Montag am Flughafen in München stand, sehe dass mein Flug mindestens drei Stunden Verspätung hat (zumindest kenne ich mich seit den 10 Stunden Verspätung nach Lissabon mit Entschädigungen aus und bekomme daher meine Urlaube oft von der Fluggesellschaft bezahlt), hätte ich mir nicht gedacht, dass ich auf meiner einwöchigen Reise auf der Suche nach Worten sein werde. Vor allem, weil mir ja meistens als Letzte die Worte ausgehen. Aber von vorne.


Als ich am Anfang meiner Selbstständigkeit auf der Suche nach Hochzeitsfotografie-Tutorials im Netz war, stieß ich auf eine Fotografin, die eine unglaublich inspirierende Ausstrahlung hatte und auf ganz natürliche Art und Weise über ihr Fotobusiness erzählte. Nadia Meli. Sie hat mich inspiriert – und tut es immer noch. Ach ja, wisst ihr eigentlich, was Inspiration wirklich heißt?


Inspiration bedeutet das Einhauchen von Leben, Seele & Geist.

Zurück zu Nadia. Ich habe ihre Arbeit verfolgt, ihren Weg beobachtet und ihren Workshop entdeckt. Ein Workshop, der sich nicht darum dreht, welche Kameraeinstellung die besten Fotos schießt, sondern tiefer geht, der sich mit demjenigen beschäftigt, der hinter der Kamera steht. Ein Satz in ihrem Video über den Workshop ist mir dabei besonders in Erinnerung geblieben und war, denke ich, der ausschlaggebende Punkt, warum ich eines Abends, ohne groß darüber nachzudenken, auf den "buchen“ Knopf gedrückt habe:


"It’s how you put that you in all you do.“

In einer Zeit in der ich selbst nicht genau wusste, wer ich bin und wo mein Weg hinführen soll, schien dieser Workshop perfekt für mich, als Teil meiner Reise zu mir selbst. Während tausende Bilder täglich auf uns einströmen, wir hunderter anderer Fotografen folgen (Ich werde definitiv ausmisten!) und uns dabei permanent vergleichen, vergessen wir, wer wir selbst eigentlich sind.


Welche Bilder würden wir schießen, wenn es keine anderen Bilder auf der Welt geben würde?

Wir streben nach der Art und Weise wie andere sind, obwohl der Antrieb für unser Tun, in der eigenen Geschichte liegt. Unserer Geschichte. Warum also sollten wir uns vergleichen?


Nur weil du ein Kleid schön findest, heißt es noch lange nicht, dass es dir steht.

Nur weil ein Fotograf ein tolles Preset verwendet, heißt es nicht, dass es zu deinen Bildern passt. Die große Frage ist: Warum?

Es ist diese Frage, die uns in den vier intensiven Tagen in Devon, England, begleiten wird, und noch weit darüber hinaus. Zwei Minuten vor Workshopbeginn kommen Steffi und ich mit dem Auto an. Obwohl wir uns erst wenige Stunden kennen, haben wir schon viel erlebt. Drei Stunden Flugverspätung in der man Zeit hatte sich zu beschnuppern und gemeinsam haben wir zum ersten Mal den Linksverkehr in England gemeistert. Mit einem strahlenden Lachen öffnet Nadia uns die Tür in unser Zuhause für die nächsten Tage. Jeder Raum schöner und individueller gestaltet, voll mit Menschen, die sich zwar zu diesem Zeitpunkt noch nicht kennen, nach den vier Tagen aber mehr voneinander wissen werden, als so manch beste Freundin.


Neben Silvia, Kerstin, Sarah und Nadia wäre da noch Eddie, der die nächsten Tage dafür sorgen wird, dass wir auf keinen Fall verhungern und uns wunderbares Essen zaubert. Ich sage nur: Pancakes zum Frühstück, Glasnudelsalat mit Garnelen zum Mittagessen und Wraps zum Abendessen. Wir sind eine Familie. Zumindest für die nächsten Tage fühlt sich das so an. Fünf Frauen suchen nach ihrem "Warum“. Fünf Frauen, die ihre schwersten Stunden und größten Freuden miteinander teilen, die Stunden über Lieblingsfilme reden, sich zuhören und mitweinen. Sich Zeit für andere nehmen, ihnen Raum geben, um im nächsten Moment ihren eigenen Tränen freien Lauf zu lassen. Hört sich komisch an? Ist es auch. Hört sich nach Wusa Wusa an. Ist es nicht. Es ist Psychologie und die weckt mein Interesse. Nach dem ersten Tag geht man mit tausend Fragezeichen ins Bett, aber irgendwie vertraut man auf Nadias Satz:


"Morgen wird alles einen Sinn ergeben.“

Der Morgen an dem alles Sinn ergibt, er kommt. Während viele Unternehmen sich vor allem damit beschäftigen was und wie sie etwas machen, wissen nur die wenigsten, warum sie es machen – den eigentliche Grund, warum Unternehmen überhaupt existieren. Simon Sinek (Autor des Buches "Start with why“) sagt:


"Du musst nicht jeden erreichen, der dein Produkt braucht. Nur die, die glauben, was ich glaube.“

Verdammt richtig. Warum soll ich Hochzeiten fotografieren, die sich für mich nicht richtig anfühlen? Hochzeiten, die mich nicht interessieren? Die Fotos werden gut, aber Seele haben sie keine, weil ich, Lisa, nicht dahinter stehe. Nadia hat uns gezeigt, dass es viel wichtiger ist in Worten zu denken, als in Posen. Worte, die aus unserer Geschichte kommen, die unser innerer Antrieb sind. Unsere Seele, die wir in Bildern zeigen. Und diese Bilder entstehen, wenn wir uns mit uns selbst beschäftigen. Intensiv. Ohne Scheu. Mit Mut. Denn leicht ist es nicht, sich mit den Schattenseiten seines Lebens auseinander zusetzen. Aber es ist auch nicht leichter, sich an die schönen Momente zu erinnern, die wir oftmals vor lauter Sorge vergessen oder zu wenig feiern. Doch am Ende führen beide Seiten zu unserem "Warum“.


Ich bin noch auf der Suche nach Worten, die mein innerer Antrieb sind, sich in jedem Bild wiederspiegeln.

Ich gehe gerade ein bisschen schwanger mit ihnen, wie Nadia so schön sagen würde. Ich weiß bereits so viel: es hat mit der inneren Zufriedenheit zu tun. Zufriedenheit mit sich selbst, seinem Leben und dem Moment. Menschen, die ihren inneren Frieden gefunden haben. Es hat aber auch mit der Freiheit zu tun, die wir in unserem Land genießen. Die Freiheit, andere Länder zu bereisen, genauso wie die Freiheit über unser eigenes Leben größtenteils selbst entscheiden zu können. Und es hat mit der Gelassenheit von Menschen zu tun, die Negatives hinter sich lassen und Positives hervorheben, um selbst Leichtigkeit auszustrahlen. Vielleicht erkennt ihr bereits jetzt ein paar dieser Worte in den Bildern vom Fotoshooting unten. Es ist mein Beginn einer neuen Reise.










































DANKE

@Nadia: Du hast ebenfalls Spuren hinterlassen. Spuren, die ich weiter verfolgen werde.

@Steffi, Kerstin, Silvia & Sarah: Ihr seid unglaubliche Frauen, die einen festen Platz in meinem Herzen haben werden.

@Eddi: Der Bananen-Pancake wird definitiv nachgebacken. Danke für’s Rezept.

@Sofia & Jack: Thank you for your smile and joy

@isabel: Danke für die Doughnuts und das unglaublich coole Make-Up & Styling.


Location: Old Park Hall, Lyme Regis, Devon, England


P.S: Wer gerade noch am überlegen ist, ob er das Geld in den Vision Workshop investieren will, dem sei folgendes gesagt. Es ist ein intensiver Workshop mit dir selbst. Wer dazu nicht bereit ist sich mit seinen tiefsten Gefühlen auseinanderzusetzen ist hier falsch. Geht man jedoch diesen Weg und hat man das Prinzip verstanden, glaube ich nicht, dass man jemals einen weiteren Fotoworkshop besuchen muss.


#nadiameliworkshop #visionworkshop

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