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Wenn man mit 80 die Liebe und das Leben feiert




Vor wenigen Wochen hat mich die Schwester eines Freundes angeschrieben und gefragt, ob ich nicht Lust hätte, eine Hochzeit in Raitenhaslach zu fotografieren. Ok, dachte ich mir, Klar ich habe noch Zeit, warum nicht? Dass es etwas ganz besonderes werden würde, habe ich dabei noch nicht gewusst. Erst dachte ich, es ginge um eine Freundin, die heiratet, aber als Julia mir erzähle, dass es um den Opa ihres Verlobten ginge, war ich schon erst einmal unglaublig. Dreimal musste ich nachfragen, ob es sich wirklich um eine kirchliche Trauung handelt. Ja, tat es. Und im selben Moment habe ich mich unheimlich darauf gefreut, die Ehre zu haben etwas so besonderes feshalten zu dürfen. Jede Braut erzählt mir immer wie besonders ihr Tag wird und was sie geplant haben, aber hier war die Tatsache alleine, dass Johanna und Emil mit ihren knapp bzw. über 80 Jahren sich noch einmal vor Gott das Ja-Wort geben wollen, besonders genug. Den beiden ging es nicht um die Deko, die Hochzeitstorte oder die richtige Location. Den beiden ging es einfach um sich, um ihre Liebe.


Emil erzähle mir später, es wäre sein Traum gewesen noch einmal den Segen von Gott zu erhalten für seine Liebe. Emils erste Frau starb vor Jahren, sie war evangelisch, weshalb beide nie kirchlich heirateten. Und Johanna traf er damals auf dem Aldi-Parkplatz, sie verabredeten sich, telefonierten und heirateten schließlich vor 15 Jahren standesamtlich. Aber der Traum von einer kirchlichen Trauung blieb. Und warum sollte man nicht einfach seine Träume verwirklichen?


Und so war es am 14. April soweit. Johanna und Emil wurden mit einem Merzedes-Oldtimer zur Kirche gebracht - eine Überraschung der Familie, so wie ich. Denn auch ich war ein Geschenk für die beide, doch eigentlich glaube ich, war es viel mehr ein Geschenk für mich bei einem solchen Ereignis dabei zu sein.


Was alle nicht wussten ist, dass ich die Kirche in Raitenhaslach glaube ich zuletzt betreten habe, als meine Oma ihre letzte Ruhe fand - das war vor 15 Jahren. Ich habe damals die Engel in der Kirche gezählt um mich abzulenken. Ich kenne jeden einzelnen. Und Johanna hat mich so unglaublich an diesen Herzensmenschen erinnernt, denn meine Oma wäre heute in etwa so alt wie sie. Meine Oma hat mir gelernt, dass man nichts auf später verschieben soll, denn vielleicht wird es später niemals geben. Man muss Dinge tun, wenn sie möglich sind - so wie diese zwei es mit ihrer kirchlichen Hochzeit getan haben. Sie feiern die Liebe und das Leben. Jetzt!



Bei allem, was ihr tut, lasst euch von der Liebe leiten.
1. Korinther 16,4































Location: Klosterkirche Raitenhaslach

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Lisa Haensch Photography

 

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Natürliche Hochzeits- & Familienfotografie I Raum Mühldorf, Rosenheim & München.

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